
Wann Schulentwicklung
scheitert
Viele Schulen erleben, dass Entwicklungsprozesse im hektischen Alltag zu kurz kommen. Schulentwicklung reduziert sich dann auf einzelne Weiterbildungstage oder kurzfristige Projekte, ohne nachhaltig in die Schulkultur hineinzuwirken. Die sechs häufigsten Gründe sind:
Wie Schulentwicklung
gelingt
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Werte & Haltungen klären
Aus der Hirnforschung weiss man, das handlungsleitende Muster - also das, was uns in unserem Leben wirklich entscheiden lässt und Orientierung gibt - nicht die Logik des Verstandes sind, sondern tief in unserem Unterbewusstsein verankerte Bilder und Emotionen sind. So ist es auch mit unseren Motiven, weshalb wir gewählt haben, an einer Schule zu arbeiten, und was uns dabei glücklich macht.
Sich im Team diesen handlungsleitenden Mustern zuzuwenden, ist der Ausgangspunkt gelingender Schulentwicklung. Es ist nichts anderes als die Auseinandersetzung mit unseren Werten und Haltungen.
An diesem Punkt geht es darum, von der Werteauseinandersetzung zu einer Verdichtung zu gelangen, welche die Wertehaltungen des gesamten Teams widerspiegelt, und daraus eine Vision der Schule zu entwickeln.
Wie eine Schule das macht, ist zweitrangig. Ich habe gute Erfahrungen mit einem sinn- und werteorientierten Tagesworkshop im World-Café-Format gemacht.
2
Vision, Legitimierung und Umsetzung klären
Nur wer weiss, WAS er will, kann begründen, WARUM er es will, und sich dann auf die Suche machen, WIE er es umsetzen will.
Was einfach klingt, ist im Schulentwicklungsalltag oft komplizierter: Umsetzungen - das WIE (altersdurchmischtes Lernen einführen, Noten abschaffen, selbstorganisiertes Lernen ermöglichen) werden mit der Vision - dem WAS - verwechselt. Nach aussen kann dann meist nicht begründet werden, weshalb man diese Umsetzungen anstrebt, weil nicht im Bewusstsein ist und nicht geklärt ist, wozu sie diesen.
Beispiel: Altersdurchmischtes Lernen ist keine Vision, sondern eine Umsetzung der Vision. Ein Aspekt einer Vision wäre Lernen so zu gestalten, dass jedes Kind seiner Reife entsprechend lernen kann. Zweites Beispiel: Selbstorganisiertes Lernen ist eine Umsetzung die der Vision dient, dass Lernen nachhaltig wirksam sein soll, weil alle Schülerinnen und Schüler in ihrem Tempo Lernprozesse machen können.
Vision (was)
Wissenschaftl. Begründung (warum)
Umsetzung (wie)
An unserer Schule können Kinder individualisiert in ihrem eigenen Tempo lernen.
Kinder weisen bei Schuleintritt Entwicklungsunterschiede bis zu vier Jahren auf, bei Schulaustritt bis sechs Jahre
(Prof. Dr. Remo Largo)
Wir werden der individuellen Reifeentwicklung gerecht.
An unserer Schule können Schülerinnen und Schüler mit Freude lernen
Nachhaltig werden Lernprozesse im Hirn nur abgespeichert, wenn sie mit positiven Emotionen verbunden erworben werden. (Prof. Dr. Gerald Hüther)
An unserer Schule bestimmen Schülerinnen und Schüler ihre Lerninhalte selber.
In der Schulentwicklungsarbeit von der Vision zur Umsetzung ist die Reihenfolge entscheidend für den Erfolg:
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Erarbeitung der Vision - was wollen wir, wohin soll die Reise gehen (Wichtig: Lernen zu unterscheiden, was eine Vision und was eine Umsetzung ist)
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Im Team Zeit nehmen zu forschen und das gemeinsame Wissen zu erweitern - warum wollen wir dies oder das ändern (Vorhaben durch wissenschaftliche Begründungen legitimieren)
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Aufgrund des erweiterten Wissens durch die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Begründungen gelangt ein Team in die dritte Phase der Umsetzung. Erst jetzt geht es darum, konkrete Ideen zu entwickeln, was wie im Schulalltag gemacht werden soll.
3
Führung und Verbindlichkeit
Welche Führung braucht Schulentwicklung?
Diese Frage ist relevant, weil Schulentwicklung in der heutigen Zeit meist bedeutet, reformpädagogisch kindgerechte Ideen umzusetzen. Genau sowenig, wie in den Schulzimmern dazu ein dominanter, patriarchalischer und lehrerzentrierter Unterrichtsstil passt, scheint ein Top-Down-Führungsstil der Schulleitung zu passen.
Wir erleben deshalb in den Familie Eltern auf der Suche nach ihrer Rolle, Lehrpersonen in den Klassenzimmern und Schulleitungen an ihren Schulen mit derselben Frage: Wie führe ich, wenn ich empathisch und nicht dominant sein will, so dass sich die Positionen nicht auf einmal umkehren: Kinder sagen ihren Eltern wo es langgeht, Eltern den Lehrpersonen in der Klasse und Lehrpersonen den Schulleitungen in der Schulführung.
Schulleitungen müssen für einen wirksamen Schulentwicklungsprozess ihre Führungsrolle klären:
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Was ist meine Verantwortung?
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Was bestimme ich?
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Was ist die Verantwortung anderer - sodass ich in diesen Bereichen nichts übernehme?
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Wie gelingt es mir andere zur Verantwortungsübernahme zu ermächtigen?
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Wobei ist in meinem Führungsverständnis Mitsprache erwünscht, resp. Voraussetzung?
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Was fordere ich ein, resp. was ist verbindlich und kein nice-to-have?
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Wie gestalte ich Verbindlichkeit und sichere Konstanz?
4
Abläufe und Zuständigkeiten in der Governance schaffen
Enthusiastische Pädagogen und Schulentwickler sind selten gleichzeitig ebenso an administrativen und organisatorischen Dingen interessiert und egleichermassen darin begabt.

So gibt es immer wieder Schulen die top organisiert sind - jedoch ohne Spirit und Innovation vor sich hin existieren. Auf der anderen Seite gibt es Schulen, die sprühen vor Innovationsdrang und einer Fülle moderner pädagogischer Ideen - und verausgaben sich bis zur Erschöpfung, weil sie sich nicht um Klarheit in der Aufbau- und Ablauforganisation gekümmert haben.
Ohne den Boden einer soliden und geklärten Governance scheitert jede Schule -
sind ihre Absichten auch noch so gut gemeint und noch so von innerem Feuer getragen.
5
Arbeitszufriedenheit und Zugehörigkeit schaffen
Wer in Ruhe, mit Ordnung und Sinn arbeiten kann und in einer Organisation tätig ist , die seinen Werten entspricht, wird sich zugehörig fühlen und seine Schule nicht wechseln wollen.
Ist eine Schule bis zu diesem Punkt entwickelt, hat sie ...
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geklärt, welche gemeinsamen Werte sie antreibt
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eine Vision entwickelt
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sich auseinandergesetzt, wie sie ihre Absichten und Ideen wissenschaftlich begründen kann
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dazu aufbauend Umsetzungsideen entwickelt und ausprobiert
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Abläufe, Zuständigkeiten, Kompetenzen und Prozesse geklärt, sodass Energie und Zeit für Entwicklungsarbeit frei werden
Schulleitungen, welche in geklärten Verhältnissen arbeiten können, werden eher in der Lage sein, auf Abweichungen und Bedürfnisse von Mitarbeitenden einzugehen, als diejenigen, die unter unklaren Organisationsverhältnissen arbeiten und unter grossem Druck stehen.
6
Kommunikation und Timing
Alle, die je eine Schule besucht haben - genau, eigentlich alle - sind Schulexperten. Sie glauben zu wissen, wie Schule funktioniert
Die Kommunikation und das Timing sind deshalb besonders entscheidend, wenn Schulentwicklungsvorhaben an die Öffentlichkeit gelangen sollen.
Wichtige Regeln, die es zu beachten gilt:
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Zu Beginn nur Visionen nach aussen geben - keine Umsetzungen
Umsetzungen sind konkret und in der Regel anders, als das, was Eltern oder die Öffentlichkeit selber aus ihrer Schulzeit kennt. Das macht Angst und erzeugt Widerstand. Diesem zu entgegnen ist gerade dann schwierig, wenn man sich schulintern noch gar nicht die Zeit genommen hat, sich damit auseinanderzusetzen, warum man diese Ideen umsetzen möchte, was man damit bewirkt und wie man eine solche Umsetzung wissenchaftlich begründen kann.
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Die nötige Zeit nehmen für eine interne Klärung der Vision - der Schulentwicklungsvorhaben
Es ist essenziell pädagogische Ideen, Schulentwicklungsvorhaben, Visionen intern gut zu klären. Jede Person braucht unterschiedlich viel Zeit, sich mit neuen Themen auseinanderzusetzen, sich anzufreunden, Sicherheit zu erlangen. In der Regel verstehen unterschiedliche Menschen auch bei gleichen Begriffen und Ideen Unterschiedliches, weil sie Begriffe mit Erlebnissen aus ihrer eigenen Biografie verknüpfen. Teams müssen Zeit haben, sich mit diesen Erlebnissen und Vorstellungen auszutauschen und sich gegenseitig zu bereichern.
Dieses Vorgehen schafft Zugehörigkeit und Loyalität zur Vision und zur Schule. Diese interne Auseinandersetzung, welche das Team stärkt und befähigt ihr Vorhaben zu erklären und Antworten auf Fragen zu geben, ist Basis um an die Öffentlichkeit zu gehen. Ein zu frühes Kommunizieren schwächt ein Vorhaben und ein Team.
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Erst berichten, wenn es Erfolgserlebnisse vorzuweisen gibt
Zu frühe Kommunikation nach aussen, kann Ängste und Widerstand auslösen, was wiederum die Schulentwicklungsbemühungen behindern kann. Oft ist es klüger, sich zuerst intensiv mit einer Idee auseinanderzusetzen, Vorhaben zu kreieren, diese gut begründen zu können und dann mit einem Pilotversuch in die Praxis zu schreiten. Erstens kann man dann schnell aus den ersten Fehlern lernen und diese korrigieren und zweitens kann man bei der Kommunikation nach aussen bereits von konkreten Erfolgserlebnissen berichten. Dies erzeugt Vertrauen und Zuversicht, was dem Team für weitere Entwicklungsvorhaben weiteres Vertrauen und zusätzlichen Auftrieb gibt.
Mein Angebot
Für entwicklungsbereite Schulen - die den «ganzen Weg» - von Anfang der Vision bis zum Ende der Verwirklichung gehen wollen
Schritt I: Werteorientierte Schulentwicklung starten
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Ziel:
Klärung grundlegender Werte und Haltungen als Basis einer gemeinsamen pädagogischen Vision und handlungsleitender Leitsätze.
Format:
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Input
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Moderierter Gruppenprozess im World-Café-Setting
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Gemeinsame Reflexion und Verdichtung
Dauer:
Ganztagesworkshop
(ca. 6 Stunden Arbeitszeit)
Teilnehmende:
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Ganzes Schulteam
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Schulleitungen
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Schulbehörden
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oder ausgewählte Vertretungen
Schritt II: Begleitung von Umsetzungsprozessen
Ziel:
Begleitung von Schulen bei der konkreten Umsetzung einer sinn- und werteorientierten Schulentwicklung im Alltag.
Format:
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Inputs
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Workshops
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Coaching
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Prozessbegleitung
Dauer:
Nach Bedarf und Absprache
Teilnehmende:
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Ganzes Schulteam
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Schulleitung
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Geschäftsleitung
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Spurgruppen
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Schulbehörden
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Alternative: Empowerment der Schulführung
Ziel:
Stärkung der Selbstwirksamkeit von Führungsteams, um sinn- und werteorientierte Schulentwicklungsprozesse eigenständig initiieren, begleiten und nachhaltig verankern zu können.
Format:
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Workshops
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Prozessberatung
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Coaching
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Begleitung von Führungsteams
Dauer:
Nach Bedarf und Absprache
Teilnehmende:
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Schulleitungskonferenzen
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Geschäftsleitungen
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Spurgruppen
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Schulbehörden
